Was macht eigentlich die Psychotherapeutenkammer Hessen – und warum ist die Kammerwahl so wichtig?

Viele Psychotherapeut*innen kennen die Psychotherapeutenkammer vor allem als Institution, die im Hintergrund wirkt: Berufsordnung, Fortbildung, Weiterbildung, berufspolitische Stellungnahmen, Verwaltung und Aufsicht. Doch gerade weil die Kammer viele zentrale Rahmenbedingungen unseres Berufs mitgestaltet, ist es wichtig, genauer hinzuschauen.

Denn die Psychotherapeutenkammer Hessen ist nicht einfach „irgendeine Verwaltung“. Sie ist unsere berufliche Selbstverwaltung. Das bedeutet: Psychotherapeut*innen gestalten hier selbst mit, wie unser Beruf vertreten, weiterentwickelt und geregelt wird. Wenn es die Psychotherapeutenkammer nicht gäbe, wäre die Frage: wer würde diese Aufgaben übernehmen? Die Ärztekammer? Beamte im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales? Das können wir nicht wollen!

Genau deshalb ist die Kammerwahl so wichtig.

Wer in der Kammer vertreten ist, entscheidet mit darüber, welche Themen Gewicht bekommen, welche Perspektiven eingebracht werden und wie stark sich die Kammer für gute Bedingungen in Praxis, Klinik, Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Versorgung einsetzt.


Die Psychotherapeutenkammer: unsere berufliche Selbstverwaltung

Die Psychotherapeutenkammer Hessen vertritt die Berufsangehörigen in Hessen. Sie ist damit eine zentrale Institution für Psychologische Psychotherapeutinnen (PP), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen (KJP), in der Praktischen Ausbildung befindliche PP und KJP, sowie approbierte Psychotherapeut*innen nach neuer Ausbildungsordnung.

Ihre Aufgabe ist es, berufliche Standards zu sichern, berufspolitische Entwicklungen zu begleiten und die Interessen der Profession gegenüber Politik, Öffentlichkeit und anderen Institutionen zu vertreten.

Dabei geht es nicht nur um formale Fragen. Es geht um Themen, die unseren beruflichen Alltag unmittelbar betreffen:

Wie sichern wir Qualität in der psychotherapeutischen Versorgung?
Wie gestalten wir Weiterbildung und Fortbildung sinnvoll?
Wie wird unser Beruf in politischen Debatten vertreten?
Wie positioniert sich die Kammer zu Versorgungskrisen, Honorierung, Nachwuchsfragen und strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen?

Die Kammer ist damit ein Ort, an dem berufspolitische Entscheidungen vorbereitet, diskutiert und getroffen werden.


Welche Aufgaben hat die Psychotherapeutenkammer Hessen?

Die Psychotherapeutenkammer Hessen übernimmt verschiedene Aufgaben, die für unseren Berufsstand zentral sind. Dazu gehören unter anderem die Überwachung der Berufspflichten, die Regelung und Förderung beruflicher Fort- und Weiterbildung sowie die berufspolitische Vertretung der Profession.

Diese Aufgaben klingen auf den ersten Blick vielleicht abstrakt. Im Alltag haben sie aber ganz konkrete Auswirkungen.

Die Berufsordnung legt zum Beispiel fest, welche ethischen und fachlichen Standards für die psychotherapeutische Tätigkeit gelten. Sie betrifft Fragen von Schweigepflicht, Verantwortung, Sorgfalt, professioneller Haltung und dem Umgang mit Patient*innen.

Fort- und Weiterbildung wiederum sind entscheidend dafür, wie sich unser Beruf fachlich weiterentwickelt. Gerade in Zeiten großer Veränderungen – etwa durch die Reform der psychotherapeutischen Ausbildung, digitale Entwicklungen, neue Versorgungsformen oder wachsende Belastungen im Gesundheitssystem – braucht es hier eine Kammer, die fachlich fundiert, praxisnah und zukunftsorientiert handelt.

Auch die berufspolitische Vertretung ist zentral: Die Kammer bringt psychotherapeutische Perspektiven in politische und gesellschaftliche Debatten ein. Sie kann Stellung beziehen, Positionen formulieren und deutlich machen, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Psychotherapie auch in Zukunft qualitätsvoll, erreichbar und verantwortungsvoll stattfinden kann.


Warum betrifft uns das alle?

Kammerpolitik wirkt oft indirekt. Genau deshalb wird sie manchmal unterschätzt.

Aber viele Fragen, die uns im Berufsalltag beschäftigen, haben eine kammerpolitische Dimension:

Wie kann Weiterbildung gut organisiert und finanziert werden?
Wie gelingt eine starke Vertretung psychotherapeutischer Interessen?
Wie sichern wir Qualität ohne unnötige Bürokratie?
Wie stärken wir die Verhaltenstherapie innerhalb der Kammerarbeit?
Wie kann die Kammer unterschiedliche Tätigkeitsfelder angemessen berücksichtigen – von Praxis über Klinik bis Hochschule, Ausbildung, Weiterbildung und Versorgungspolitik?

Eine starke Kammer braucht Delegierte, die diese Themen kennen und bereit sind, sie aktiv einzubringen.

VT-AS Hessen steht dafür, die Perspektive der Verhaltenstherapie sichtbar und wirksam in die Kammerarbeit einzubringen. Wir möchten eine Kammer, die engagiert, kompetent und verlässlich arbeitet – und die die konkreten Anliegen der Kolleg*innen ernst nimmt.


Wie ist die Kammer aufgebaut?

Ein zentrales Organ der Kammer ist die Delegiertenversammlung. Sie wird von den Kammermitgliedern gewählt und trifft wichtige Entscheidungen für die berufliche Selbstverwaltung.

Die Delegiertenversammlung wählt unter anderem den Vorstand, arbeitet mit Ausschüssen und entsendet Vertreter*innen auf Bundesebene, etwa zum Deutschen Psychotherapeutentag. Dort werden berufspolitische Fragen diskutiert, die über Hessen hinaus Bedeutung haben.

Das zeigt: Die Kammerwahl entscheidet nicht nur darüber, wer in Hessen mitredet. Sie beeinflusst auch, welche Stimmen und Positionen auf Bundesebene eingebracht werden.

Wer also bei der Kammerwahl abstimmt, entscheidet mit darüber, wie unser Beruf in den kommenden Jahren vertreten wird.


Warum die Kammerwahl 2026 besonders wichtig ist

Die Psychotherapie steht vor großen Herausforderungen.

Die Versorgungslage ist angespannt. Viele Patient*innen warten zu lange auf Hilfe. Gleichzeitig geraten psychotherapeutische Leistungen politisch und finanziell immer wieder unter Druck. Die neue Weiterbildung muss gestaltet werden. Ausbildungs- und Weiterbildungsstrukturen brauchen Verlässlichkeit. Praxen, Kliniken, Ambulanzen und Hochschulen stehen vor wachsenden Anforderungen.

Gerade in dieser Situation braucht es eine Kammer, die klar, fachlich fundiert und selbstbewusst für gute Rahmenbedingungen eintritt.

Für VT-AS Hessen bedeutet das:

Wir wollen eine starke Verhaltenstherapie in der Kammer.
Wir wollen eine berufspolitische Stimme, die die Realität der Versorgung kennt.
Wir wollen gute Bedingungen für Psychotherapeut*innen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern.
Wir wollen eine Kammer, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.

Die Kammerwahl ist deshalb keine Formalität. Sie ist eine konkrete Möglichkeit, die berufspolitische Richtung mitzubestimmen.


Wie funktioniert die Wahl?

Die Kammerwahl findet als Briefwahl statt. Die Wahlunterlagen werden an die wahlberechtigten Kammermitglieder verschickt. Entscheidend ist, dass die Unterlagen rechtzeitig ausgefüllt und zurückgesendet werden.

Gerade bei einer Briefwahl ist es wichtig, die Unterlagen nicht liegen zu lassen. Jede Stimme zählt – und jede nicht abgegebene Stimme schwächt die berufspolitische Beteiligung.

Deshalb unser Appell: Nehmen Sie sich die wenigen Minuten Zeit. Öffnen Sie die Wahlunterlagen, stimmen Sie ab und senden Sie den Wahlbrief rechtzeitig zurück.


Warum VT-AS Hessen wählen?

VT-AS Hessen tritt an, um die Verhaltenstherapie in der Psychotherapeutenkammer Hessen stark, sichtbar und wirksam zu vertreten.

Unser Team vereint Kolleg*innen aus Praxis, Klinik, Ausbildung, Wissenschaft und Versorgung. Wir bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen mit, aber ein gemeinsames Ziel: eine verlässliche, fachlich kompetente und engagierte Kammerarbeit.

Wir stehen für eine Psychotherapie, die wissenschaftlich fundiert, patient*innenorientiert und berufspolitisch klar positioniert ist.

Eine starke Verhaltenstherapie braucht eine starke Vertretung.


Unser Wahlaufruf

Die Psychotherapeutenkammer Hessen gestaltet wichtige Rahmenbedingungen unseres Berufs. Deshalb kommt es darauf an, wer in der Kammer Verantwortung übernimmt.

Mit Ihrer Stimme entscheiden Sie mit, welche Themen in der kommenden Legislaturperiode Gewicht bekommen.

Bei der Kammerwahl 2026: 2 Stimmen für VT-AS Hessen – Liste 5.

Für eine starke Verhaltenstherapie.
Für gute Rahmenbedingungen.
Für eine engagierte, kompetente und verlässliche Kammerarbeit.

← Zurück zu Aktuelles