Aktuelle Beschlüsse des Deutschen Psychotherapeutentags zeigen: Jetzt braucht es eine starke Kammerpolitik
Der 48. Deutsche Psychotherapeutentag am 8. und 9. Mai 2026 hat deutlich gemacht: Die psychotherapeutische Versorgung steht vor wichtigen Weichenstellungen. In mehreren Resolutionen wurden zentrale Themen aufgegriffen, die auch für die Kammerwahl in Hessen von großer Bedeutung sind: die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Finanzierung der Weiterbildung, der Schutz psychischer Gesundheit in der digitalen Welt sowie die Abwehr politischer Maßnahmen, die Versorgung deckeln oder verschlechtern könnten.
Für VT-AS Hessen ist klar: Psychotherapeutische Versorgung darf nicht kurzfristigen Einsparlogiken untergeordnet werden. Wer Wartezeiten verkürzen, Nachwuchs sichern und Versorgung qualitativ weiterentwickeln will, muss Strukturen stärken – nicht schwächen.
Die aktuellen Beschlüsse des Deutschen Psychotherapeutentags bestätigen viele unserer zentralen Anliegen. Sie zeigen, dass es eine starke berufspolitische Vertretung braucht, die psychotherapeutische Versorgung aktiv mitgestaltet, fachliche Qualität sichert und klare Positionen gegenüber Politik, Selbstverwaltung und Öffentlichkeit vertritt.
Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Versorgung
Besonders deutlich wird dies bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Noch immer warten zu viele junge Menschen zu lange auf einen psychotherapeutischen Behandlungsplatz. Dabei zählt gerade im Kindes- und Jugendalter Zeit: Psychische Belastungen betreffen nicht nur die einzelnen jungen Menschen, sondern häufig auch Familien, Schule, Ausbildung und soziale Teilhabe.
Eine eigenständige, realistische und zielgenaue Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche ist deshalb dringend notwendig. Gleichzeitig dürfen aktuelle Gesetzesvorhaben diese notwendige Verbesserung nicht durch Budgetierung, Deckelung oder unzureichende Rahmenbedingungen wieder ausbremsen.
VT-AS Hessen setzt sich dafür ein, dass Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Kammerarbeit sichtbar und wirksam vertreten wird. Gute Versorgung braucht fachliche Kompetenz, ausreichend Kapazitäten und Strukturen, die der besonderen Lebenssituation junger Patientinnen und Patienten gerecht werden.
Weiterbildung muss gesichert werden
Auch die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung bleibt eine zentrale Zukunftsfrage. Die Reform der Psychotherapeutenausbildung kann nur gelingen, wenn ausreichend Weiterbildungsstellen entstehen und diese auch verlässlich finanziert werden.
Ohne gesicherte Weiterbildung fehlt der Nachwuchs für die Versorgung von morgen. Das betrifft Praxen, Ambulanzen, Kliniken, Institute und alle Kolleginnen und Kollegen, die Verantwortung für Weiterbildung übernehmen wollen. Weiterbildung darf nicht nur formal geregelt sein. Sie muss praktisch möglich, fachlich hochwertig und finanziell tragfähig sein.
Eine starke Kammer muss sich deshalb klar dafür einsetzen, dass Weiterbildung nicht an unzureichenden Rahmenbedingungen scheitert.
Digitalisierung braucht psychotherapeutische Kompetenz
Der Deutsche Psychotherapeutentag hat auch deutlich gemacht, dass psychische Gesundheit in der digitalen Welt stärker geschützt werden muss. Digitale Medien, soziale Netzwerke, algorithmische Steuerung und künstliche Intelligenz prägen den Alltag vieler Menschen – insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
Diese Entwicklungen bieten Chancen, bringen aber auch Risiken mit sich: Cybermobbing, suchtartige Nutzung, belastende Inhalte, soziale Vergleiche und der Einfluss digitaler Plattformen auf Selbstbild, Beziehungsgestaltung und psychische Entwicklung sind Themen, bei denen psychotherapeutische Expertise dringend gebraucht wird.
VT-AS Hessen steht für eine Kammerpolitik, die Digitalisierung nicht nur technisch betrachtet, sondern psychotherapeutisch einordnet: wissenschaftlich fundiert, datenschutzsensibel, versorgungsnah und mit Blick auf die psychische Gesundheit.
Versorgung darf nicht gedeckelt werden
Die aktuellen berufspolitischen Debatten zeigen außerdem: Psychotherapeutische Versorgung steht zunehmend unter finanziellem Druck. Geplante oder diskutierte Maßnahmen, die Leistungen deckeln, Honorare kürzen oder Praxen wirtschaftlich schwächen, gefährden am Ende die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Wer Versorgung sichern will, darf Psychotherapie nicht ausbremsen. Gerade angesichts hoher psychischer Belastungen in der Bevölkerung braucht es verlässliche, erreichbare und qualitativ hochwertige psychotherapeutische Angebote.
Für VT-AS Hessen ist deshalb klar: Eine starke Kammer muss sich gegen Maßnahmen stellen, die Versorgung verknappen oder Kolleginnen und Kollegen zusätzlich belasten.
Warum diese Kammerwahl wichtig ist
Die Kammerwahl 2026 entscheidet mit darüber, wie deutlich diese berufspolitischen Anliegen in Hessen vertreten werden. Es geht nicht nur um einzelne Beschlüsse oder Verwaltungsfragen. Es geht darum, welche Haltung die Kammer nach innen und außen vertritt.
Eine starke Kammer muss Versorgung stärken, Weiterbildung ermöglichen, Qualität sichern und psychotherapeutische Kompetenz in gesellschaftliche und politische Debatten einbringen.
VT-AS Hessen steht für eine Kammerpolitik, die fachlich fundiert, verlässlich und versorgungsorientiert handelt. Wir wollen eine Kammer, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.
Nutzen Sie Ihre Stimme bei der Kammerwahl 2026.
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